Erfurt, 17.02.2005: Am 17. Februar traf sich im Parkcafe Hopfenberg die Vereinigung
Liberaler Kommunalpolitiker zu ihrer diesjährigen Mitgliederversammlu ng. Der Verband, der sich als kommunalpolitischer Zusammenschluß von liberalen und FDP-nahen Mandatsträgern auf kommunaler
Ebene versteht, hatte Herrn Gnauck, den Sprecher des Gemeinde- und Städtebundes, als Gastreferenten eingeladen.
In der sehr lebhaften Diskussion des Abends übte Herr Gnauck deutliche Kritik an der aktuellen
Regierungslinie des Landes Thüringen. Im Mittelpunkt stand freilich die Diskussion um den zu verabschiedenden Haushalt. Er kritisierte unter anderem die mangelhafte Anhörung der kommunalen
Spitzenverbände und ein fehlerhaftes Haushaltsstrukturgesetz. Bereits jetzt sei die Hälfte aller Gemeinden nicht mehr in der Lage, einen weiteren Haushalt vorlegen zu können. In der Diskussion,
an der ungefähr 35 Mitglieder der VLK teilnahmen, wurde auch das Thema der Feuerwehrunfallkasse angesprochen. Trotzdem die Landesunfallkasse den Feuerwehrleuten die
gleichen Leistungen zugesagt hätten, hielten diese immer noch an der Trennung der beiden Kassen und somit an einem erheblich höheren Verwaltungsaufwand fest. Diskutiert wurden auch die
unbeherrschbaren Auswirkungen des Kommunal-Abgaben-Gesetzes, welches ja bereits verabschiedet sei. Auf die sehr interessante Frage des Landeschefs der FDP, Uwe Barth, was denn
passieren würde, wenn kein Landeshaushalt zustande käme, reagierte Herr Gnauck mit einer sehr ausgewogenen Antwort. In diesem Fall, so Gnauck, wären zwar die Kommunen bis auf die
Minimalaufgabenerfüllung handlungsunfähig, doch würden sie dies mittelfristig erst recht sein, wenn der jetzige Haushalt vom Landtag verabschiedet würde. Zudem habe in den letzten 10 Jahren ein
enormer Personalabbau und eine Reduzierung der Investitionen zu einer „negativen Sparspirale“ geführt, in der sich der Freistaat Thüringen selbst kaputt sparen würde.
Zum Abschluß der angeregten Diskussion ergab sich eine allgemeine Kritik aus dem Auditorium: Die Politik und die Regierung Thüringens müsse eine klare Richtung vorgeben. Da sie das, weder in der
Vergangenheit noch aktuell, geschafft habe, müssten nun die Kommunen für das bezahlen, was die Politik verschlafen habe.
Auf der Mitgliederversammlung wurde des Weiteren eine neue Satzung angenommen, welche
einstimmig auf Zustimmung traf. Der Vorsitzende der VLK, Herr Bergner, sprach von einer erfolgreichen Veranstaltung und bedankte sich vor allem bei Herrn Gnauck für die interessante
Diskussionsrunde. Die VLK stehe nach wie vor für einen eigenverantwortlichen Bürger, der dem vormundschaftlichen Staat zu jeder Zeit die Stirn bieten würde. Schließlich existiere Bürokratie nicht
um ihrer selbst willen sondern müsse zu jeder Zeit den Menschen dienen. Als liberales Netzwerk sei die VLK das richtige Forum, um derart einschneidende Ereignisse, wie die im Zusammenhang mit
der Haushaltsdebatte stehenden zu diskutieren.
Interessierte und engagierte BürgerInnen können sich an die Geschäftsadresse wenden:
Verantwortung: Ingo Reimann
Text: Patrick Brauckmann